15.09.2026

„Karlsruhe hat das Potenzial, sich dauerhaft als einer der relevanten elektronischen Standorte Deutschlands zu etablieren“

Interview mit Andreas Seidel, Geschäftsführer RRS Event GmbH

Andreas Seidel

Warum bietet das Peter-Gross-Bau Areal aus Ihrer Sicht beste Voraussetzungen für Veranstaltungen wie das Rheingrün Open Air oder das 44festival?

Das Peter-Gross-Bau Areal verbindet für uns genau die Faktoren, die moderne Großveranstaltungen heute brauchen: Fläche, Flexibilität, Erreichbarkeit und Entwicklungspotenzial.

Wir können dort Veranstaltungen nicht einfach nur durchführen, sondern sie wirklich inszenieren und weiterentwickeln. Unterschiedliche Bühnen- und Produktionskonzepte, großzügige Aufenthaltsbereiche, eine professionelle Besucherführung und die notwendige Infrastruktur lassen sich auf dem Areal sehr gut miteinander verbinden. Gleichzeitig bietet der Standort genügend Möglichkeiten, um mit unseren Formaten in den kommenden Jahren weiter zu wachsen.

Ein ganz entscheidender Faktor ist für uns aber auch die Zusammenarbeit mit dem Team der Messe Karlsruhe. Ein gutes Gelände allein macht noch keinen guten Veranstaltungsstandort. Entscheidend sind die Menschen dahinter. Wir erleben hier ein Team, das lösungsorientiert denkt, kurze Wege ermöglicht und versteht, dass große Veranstaltungen Flexibilität, Geschwindigkeit und manchmal auch unkonventionelle Lösungen benötigen.

Genau diese Kombination aus starker Fläche und starkem Partner macht das Peter-Gross-Bau Areal für uns besonders.

Was macht Karlsruhe darüber hinaus zu einem idealen Standort für diese Events?

Karlsruhe hat sich in den vergangenen Jahren zu einem extrem relevanten Standort für elektronische Musik und insbesondere Techno entwickelt – und wir glauben, dass dieses Potenzial teilweise noch unterschätzt wird.

Mit dem GOTEC existiert hier eine Clubinstitution, die inzwischen weit über die Region hinaus wahrgenommen wird. Internationale Künstler, Gäste aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland und eine enorm starke Community haben dazu beigetragen, Karlsruhe auf der elektronischen Landkarte deutlich sichtbarer zu machen.

Für uns ist deshalb der nächste Schritt logisch: Aus einer starken Clubkultur heraus größere Formate für die Stadt zu entwickeln. Rheingrün, 44 und GOTEC sind dabei keine voneinander isolierten Veranstaltungen oder Marken. Sie schaffen gemeinsam eine Infrastruktur und Community für elektronische Musik – vom Club über Open-Air-Veranstaltungen bis hin zu Festivals mit internationaler Strahlkraft.

Karlsruhe bringt dafür zusätzlich hervorragende Voraussetzungen mit: die Lage zwischen Stuttgart, Frankfurt, Straßburg und der Schweiz, ein großes Einzugsgebiet und eine junge, kulturell interessierte Zielgruppe.

Unser Anspruch ist, dass Menschen bei elektronischer Musik künftig nicht nur an Berlin, Frankfurt oder Köln denken. Karlsruhe hat das Potenzial, sich dauerhaft als einer der relevanten elektronischen Standorte Deutschlands zu etablieren.

Wie schätzen Sie die Strahlkraft der genannten Events und damit auch für Karlsruhe ein?

Die Strahlkraft ist schon heute deutlich größer als die reine Besucherzahl am Veranstaltungstag.

Unsere Formate erreichen über Social Media, Künstlernetzwerke, Ticketing und internationale Communities Menschen weit über Karlsruhe und Baden-Württemberg hinaus. Gleichzeitig arbeiten wir mit Künstlerinnen und Künstlern, die weltweit touren und Communities in zahlreichen Ländern erreichen.

Das verändert automatisch auch die Zusammensetzung unseres Publikums. Unsere Gäste kommen längst nicht mehr ausschließlich aus Karlsruhe oder der Region. Wir erreichen Besucher aus ganz Deutschland und zunehmend aus dem europäischen Ausland.

Das Entscheidende daran ist: Jeder internationale Act, jeder Content-Beitrag und jeder Gast trägt gleichzeitig auch den Standort Karlsruhe nach außen.

Wenn mehrere Tausend junge Menschen für ein Wochenende nach Karlsruhe reisen, entstehen darüber hinaus Effekte für Hotellerie, Gastronomie, Mobilität und weitere Teile der lokalen Wirtschaft. Deshalb betrachten wir unsere Veranstaltungen nicht ausschließlich als Festivals. Sie können ein Baustein des modernen Stadtmarketings sein.

Unser Ziel ist es, Formate aufzubauen, bei denen irgendwann nicht mehr erklärt werden muss, warum ein internationales elektronisches Festival in Karlsruhe stattfindet, sondern bei denen Karlsruhe selbst Teil der Marke und der Erwartungshaltung wird.

Können Sie schon einen Einblick in die weitere Zusammenarbeit mit der Messe Karlsruhe und damit weiterer Ausgaben der Events auf dem Peter-Gross-Bau Areal in den kommenden Jahren geben?

Wir betrachten die Zusammenarbeit ganz klar langfristig.

Unser Interesse besteht nicht darin, einzelne Veranstaltungen auf einer Fläche durchzuführen und danach weiterzuziehen. Wenn Standort, Partner und Entwicklungsmöglichkeiten zusammenpassen, möchten wir dort nachhaltig etwas aufbauen.

Die bisherigen Erfahrungen mit der Messe Karlsruhe und insbesondere mit dem Team dahinter geben uns dafür ein sehr gutes Gefühl. Wir erleben Offenheit für neue Ideen und gleichzeitig die Professionalität und Erfahrung, die notwendig sind, um Veranstaltungen dieser Größenordnung sicher und verlässlich umzusetzen.

Und genau darin sehen wir auch die große Chance der Partnerschaft mit der Messe Karlsruhe: Nicht nur Fläche zur Verfügung zu stellen, sondern gemeinsam einen Veranstaltungsstandort zu entwickeln, über den überregional und international gesprochen wird.

Informieren Sie sich über kommende Veranstaltungen: