Weltweit besonderes Konzept: Als integraler Bestandteil der Stadthalle heißt das dauerhaft installierte Medienkunstwerk die Gäste des Weinbrennersaals willkommen
Mit „Rondeau“ erhält der Weinbrennersaal der Stadthalle Karlsruhe ein dauerhaft installiertes Medienkunstwerk des kollaborativen Kunststudios VOLNA. Im Mittelpunkt stehen die 21 charakteristischen Kuppelleuchten des Saals: In einer speziell entwickelten Lichtchoreografie scheinen sie sich als tanzendes Ensemble zu drehen, zu schweben und miteinander in Bewegung zu treten. Gemeinsam mit einer eigens komponierten Musik entsteht eine immersive Komposition aus Licht und Klang, die die Architektur des Saals in ein einzigartiges Zusammenspiel einbindet. Fest in die Lichtprogrammierung integriert, kann das Werk Veranstaltungen in der Stadthalle atmosphärisch begleiten und auch als eigenständiges Kunstwerk wirken.
„Wir möchten unseren Veranstaltungskunden nicht nur eine moderne Infrastruktur bereitstellen, sondern gemeinsam ihre Events einzigartig in Szene setzen. Egal ob Messeausstellung, Kongress, Networking-Events oder Galadinner: Je nach Anlass kann „Rondeau“ als atmosphärische Begleitung eingesetzt werden oder den räumlichen Charakter einer Veranstaltung gezielt unterstreichen. Damit verbindet der Weinbrennersaal seine technische Ausstattung mit einem eigenständigen künstlerischen Profil“, sagt Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe.
„Die Installation ,Rondeau‘ verbindet Licht, Klang und Architektur zu einer künstlerischen Erfahrung, die den Weinbrennersaal weit über seine Funktion als Veranstaltungsort hinaus erlebbar macht. Als dauerhaft installiertes Medienkunstwerk zeigt die Arbeit Karlsruhes Profil als UNESCO City of Media Arts auf: Kunst und Technologie gehen hier eine Verbindung ein, die neue Formen der Wahrnehmung, Begegnung und gemeinschaftlichen Erfahrung eröffnet“, sagt Dr. Dominika Szope, Leiterin des Kulturamts Karlsruhe.
Licht wird zum tanzenden Element
Die 21 kreisförmigen Kuppelleuchten, die speziell für den Weinbrennersaal von Sascha Homburg, ENVUE HOMBURG LICHT, entworfen und gefertigt wurden, bilden das Herzstück von „Rondeau“. Wandernde Lichtimpulse entlang der LED-Bänder an den Rändern der Leuchten erwecken den Eindruck, als würden sich diese drehen; asymmetrische Lichtanimationen erzeugen den Eindruck, als würden die Leuchten schweben und sich wie Tänzerinnen und Tänzer durch den Raum bewegen. Fließende Farbverläufe, wechselnde Lichtintensitäten und gezielte Akzente der zusätzlich bespielten Spotleuchten erweitern das Zusammenspiel zu einer vielschichtigen Choreografie. Der Weinbrennersaal wird so zu einem lebendigen Raum, der sich im Takt der Komposition immer wieder neu entfaltet.
„Uns fasziniert, wie aus individuellen Bewegungen eine harmonische Gesamtkomposition entsteht. Jede Leuchte folgt ihrer eigenen Dynamik und wird zugleich Teil eines größeren Ganzen – eines kollektiven Tanzes aus Licht und Klang“, beschreibt VOLNA den künstlerischen Ansatz.
Für die Umsetzung kuratierte die City of Media Arts gemeinsam mit der Messe Karlsruhe und MESO Digital Interiors die Arbeit „Rondeau“ von VOLNA. „Neben der Möglichkeit, das bewegte Kunstwerk selbst zu zeigen, kann dank der technischen Lösung die Lichtchoreografie flexibel in unterschiedliche Veranstaltungskonzepte eingebunden werden. Alle 21 Kuppelleuchten mit ihren umlaufenden LED-Bändern lassen sich individuell ansteuern“, sagt Prof. Sebastian Oschatz von MESO, der die Medienstrategie für den Weinbrennersaal verantwortete.
Die akustische Ebene bildet eine ambient-generative Komposition des Musikers Szdåt. Sie entfaltet sich in drei fließend ineinander übergehenden Akten. Ergänzt wird sie durch eine Vielzahl weiterer, mit den Lichtbewegungen verknüpfter Musikphrasen, die zusätzliche Akzente setzen und Licht und Musik unmittelbar aufeinander reagieren lassen. So entsteht eine Komposition, die sich fortlaufend verändert und zugleich durch ihr wiederkehrendes Motiv zusammengehalten wird.
Der Titel „Rondeau“ verweist auf das Prinzip der kreisförmigen Wiederholung und Variation, wie es in der historischen Gedicht- und Musikform des Rondeau angelegt ist. Dieses Prinzip überträgt die Installation in die zeitgenössische Medienkunst: Kreisbewegung, Rhythmus, Harmonie und Variation verschmelzen zu einer raumgreifenden Komposition. „Rondeau“ ist die bisher größte und zugleich erste dauerhaft installierte Arbeit von VOLNA in Karlsruhe. Das 2016 von Nikita Golyshev und Snezhana Vinogradova gegründete kollaborative Kunststudio hat seit 2022 seinen Sitz in der Medienstadt. An der Schnittstelle von Lichtkunst, Architektur und zeitbasierten Medien entwickelt VOLNA ortsspezifische Interventionen, immersive Lichtumgebungen, Szenografien und kinetische Arbeiten.